Gehört der Hund ins Bett?

Samstag, 25. Juli 2020 - in Eingewöhnung/Allgemeines


Kaum ein Thema spaltet die Hundehalter so sehr wie die Frage, ob der geliebte Vierbeiner denn nun im Bett schlafen darf oder nicht. Ich möchte hierbei nicht auf die Empfindlichkeiten der Menschen, sondern auf die Bedürfnisse und Gefühlswelten unserer Hunde eingehen.

 

Für den Hund ist diese Frage ganz einfach zu beantworten. Natürlich darf er mit im Bett schlafen. Er ist Teil einer Gemeinschaft die füreinander da ist, die ihn Beschützt und versorgt. Und dazu gehört auch, das Nachtlager zu teilen. Es gibt dem Hund ein Gefühl von Sicherheit, wenn er bei „seinem“ Menschen sein darf. Gerade junge Hunde brauchen dieses Sicherheitsgefühl wenn sie von Mutter und Geschwistern getrennt und in eine neue Umgebung gebracht worden sind. Wer seinen Hund nicht im Bett haben möchte, tut gut daran, eine Box oder ein Bett ins Schlafzimmer zu stellen. Bei Welpen ist hier unter Umständen jedoch viel Geduld nötig um seinem Schützling beizubringen, an dem für ihn vorgesehenen Ort zu schlafen. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass eine Box keinesfalls verschlossen werden darf. Dies könnte zu einem großen Vertrauensverlust führen, denn Welpen möchten nicht alleine bleiben und werden ihrem Menschen eventuell auch Nachts ins Bad folgen. Mit der Zeit wird ihr kleiner Wohnungsgenosse merken, dass nichts aufregendes passiert und ruhig an seinem Ort liegenbleiben. Einem Welpen einen festen Platz im Schlafzimmer zu geben, erleichtert auch die Stubenreinheit. Ein Hund wird nie seinen Schlafplatz beschmutzen, er wird also irgendwie auf sich Aufmerksam machen. Hier gilt es, Tagsüber genau zu beobachten. Manche Hunde werden unruhig, laufen hin und her oder winseln, andere Hund bleiben ruhig liegen und fangen an, erbärmlich zu zittern. Ein Hundehalter, der einen Charakterlich und energetisch passenden Hund ausgewählt hat, wird auch hiervon Nachts aus dem Schlaf gerissen. Wenn sich die Energie im Schlafzimmer ändert stört dies unseren Schlaf und wir wachen auf. Dann heißt es, schnell etwas überzuwerfen, den Hund zu nehmen und ihn auf die Straße oder in den Garten zu bringen.

 

Auch für einen älteren Hund hat es jedoch nur Vorteile wenn er einen Platz im Schlafzimmer oder, im Idealfall, im Bett bekommt.

Hat man sich für einen Hund aus zweiter, dritter, vierter Hand entschieden, versteht dieser die Welt nicht mehr. Aus seiner gewohnten Umgebung und Routine gerissen, muss er sich in einer völlig neuen Welt zurechtfinden. Er ist von neuen Gerüchen und einem fremden „Rudel“ umgeben, er hat alles verloren was ihm halt und Sicherheit gegeben hat. Wird er nun Nachts aus der „Schlafhöhle“ ausgeschlossen, wird es noch länger dauern bis er Vertrauen fasst.

 

Wer seinen Hund auf keinen Fall im Schlafzimmer haben möchte, kann alternativ ein Babygitter an der Tür anbringen und die Tür offenstehen lassen. Der Hund hört, sieht und riecht seinen Menschen, kann aber seinen Schlaf nicht stören.

 

Zum schluss sei erwähnt, das auch der Mensch davon profitiert den Hund im Schlafzimmer einzuquartieren. Wir schlafen tiefer, was zu einem entspannteren Aufwachen führt, da wir wissen das unsere Hunde uns Wecken sollte etwas im Haus nicht stimmen.

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